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Lynn C. Fritz Medal geht erstmals an eine Organisation der Vereinten Nationen

Das UN-Welternährungsprogramm (WFP) wird für das KI-Projekt Scout geehrt, das die Lieferkettenplanung für die Beschaffung von Lebensmitteln für Katastrophengebiete verbessert.

Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) ist als Preisträger der Lynn-C.-Fritz-Medaille 2026 für herausragende Leistungen in der humanitären Logistik ausgewählt worden. Die Auszeichnung wird jährlich von der Logistics Hall of Fame verliehen und vom US-amerikanischen Fritz Institute gesponsert. Sie würdigt herausragende Innovationen und Wirksamkeit im humanitären Lieferkettenmanagement. Die Medaille wird zum ersten Mal an eine Organisation der Vereinten Nationen vergeben. Die bisherigen Preisträger waren: International Medical Corps (USA), Strategies for Northern Development (Kenia) und die Welthungerhilfe (Deutschland).

Das WFP wird für „Scout“ ausgezeichnet, eine auf Künstlicher Intelligenz (KI) basierende Lösung, die seit 2022 die vorgelagerte Lieferkettenplanung verbessert. Durch die Optimierung von Entscheidungen darüber, welche Nahrungsmittel beschafft, woher sie bezogen und wo sie strategisch positioniert werden sollen, ermöglicht Scout humanitären Organisationen den Übergang von einer reaktiven, manuellen Planung zu einer proaktiven, datengestützten und vorausschauenden Entscheidungsfindung.

„Scout ist ein Musterbeispiel dafür, wie Innovation humanitären Organisationen helfen kann, ihre Arbeit weiter zu stärken“, betont Thilo Jörgl, Vorsitzender der Jury für die Lynn-C.-Fritz-Medaille. „In einer Zeit, in der der humanitäre Bedarf steigt, während die finanziellen Ressourcen unter beispiellosem Druck stehen, sendet die Entscheidung der Jury eine klare Botschaft über die Zukunft humanitärer Lieferketten. Intelligentere Planung, datengestützte Entscheidungsfindung und der verantwortungsvolle Einsatz von KI werden entscheidend sein, um humanitäre Hilfe zeitnaher, gezielter und effektiver zu leisten.“

Ursprünglich entwickelt als interne Initiative des WFP zur Verbesserung der Bedarfsermittlung, Beschaffung und Logistikplanung, wandelte sich Scout rasch vom Konzept zum Hilfsmittel in der Realität. „Bei verantwortungsvollem Einsatz hat KI das Potenzial, humanitäre Hilfe grundlegend zu verändern. Scout zeigt, wie KI und Daten unsere Fähigkeit stärken, in einigen der schwierigsten Umgebungen der Welt schnellere und bessere Entscheidungen zu treffen. Diese Auszeichnung ist eine Anerkennung für die Innovationskraft und das Engagement der WFP-Teams, die ständig neue Wege entwickeln, um unsere Einsätze effizienter zu gestalten und mehr Menschen, die unter akutem Hunger leiden, mit lebensrettender Hilfe zu erreichen“, sagt Carl Skau, amtierender Exekutivdirektor des WFP.

Die Jury hob Scout zudem als wegweisendes Beispiel für den praktischen Einsatz von KI in der humanitären Logistik hervor. Während KI oft nur theoretisch diskutiert wird, zeige Scout, wie KI bereits jetzt messbare operative Verbesserungen bei humanitären Einsätzen bewirken könne. „Das Tool wendet fortschrittliche Analysemethoden auf einen der anspruchsvollsten – und wirkungsvollsten – Bereiche der humanitären Logistik an: die Planung von Lieferketten, bevor Engpässe und Störungen auftreten. Durch die Verbesserung der Vorsorge und die Ermöglichung intelligenterer Beschaffungs- und Vorab-Positionierungsentscheidungen hilft Scout humanitären Organisationen, effektiver zu reagieren und die Wirkung ihrer Einsätze zu verstärken“, stellt die Jury fest.

Durch die Verbesserung von Prognosen, Planung und Effizienz am Anfang der Lieferkette hat Scout bereits innerhalb von nur 24 Monaten nach der Einführung kumulierte Einsparungen von mehr als 6,5 Millionen US-Dollar erzielt. Das Tool wird weiter ausgebaut, sodass das WFP seine begrenzten Ressourcen optimal nutzen und mehr Menschen Hilfe zukommen lassen kann.

Zu den Faktoren, die die einstimmige Entscheidung der 15-köpfigen Jury beeinflussten, gehörten:
Skalierbarkeit: Nach dem erfolgreichen Pilotprojekt hat Scout bewiesen, dass es an verschiedene Güter, Regionen und operative Kontexte angepasst werden kann.
Open-Source-Potenzial: Die vom WFP entwickelte Lösung verfügt über ein erhebliches Potenzial für eine breitere Anwendung im gesamten System der Vereinten Nationen und in der humanitären Gemeinschaft insgesamt, wo Effizienz, Koordination und Zusammenarbeit zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Nachhaltigkeit: Durch die Verbesserung der Planung und der Ressourcenzuweisung trägt Scout zu nachhaltigeren humanitären Einsätzen bei. Ineffizienzen werden abgebaut, unnötige Lieferungen reduziert und Kosten verringert. Zudem ermöglicht das Tool einen verantwortungsvolleren Umgang mit Gebermitteln.

Am 4. Dezember präsentieren Vertreter des WFP das Projekt Scout im Conference Center der Vienna AirportCity. An diesem Tag findet dort die vierte Auflage von „ConnectChains – The Humanitarian Supply Chain Conference“ statt. Zu diesem Gipfeltreffen reisen internationale Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, von Hilfsorganisationen und den Vereinten Nationen an. Am gleichen Abend wird Lynn C. Fritz, CEO des Sponsors Fritz Institute, die Medaille dem Gewinner im Rahmen der jährlichen Gala der Logistics Hall of Fame in Wien übergeben. 





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